Ausstellungen in der Galerie Baer
Vom 10. Dezember 2003 bis 30. Januar 2004
Isabelle Dutoit - Malerei
Die Werke der Malerin Isabelle Dutoit bestechen durch ihre enorme malerische Wirkung und ein raffiniertes Spiel mit Gegensätzen wie Realität und Fiktion, Figuration und Abstraktion, Licht und Dunkelheit sowie Schärfe und Unschärfe.
Ein Leitthema der großformatigen Arbeiten Dutoits ist das »Selbst-im-Bild-Sein«. Einem Kindertraum folgend, in Bildwelten eintauchen zu können, wird die Künstlerin selbst zur Vermittlerin an der Grenze zwischen Realität und Fiktion. Die Arbeit »Im Bild gehen« scheint dabei ein Schlüsselbild zu sein. Die Künstlerin stellt sich selbst am unteren Bildrand nahezu fotorealistisch dar, vor einer unscharfen romantisch-verträumten Landschaftskulisse, einem Tor in eine fantastische Welt. Das Gesicht ist wie die Landschaft von Unschärfe gekennzeichnet, in eben denselben überhellten Weißtönen als Metapher für das bereits geistige Eindringen in die Bildwelt, während die Figur materiell noch Teil der Realität ist. In Dutoits jüngeren und reduzierteren Arbeiten dominiert zunehmend die Figur, nur wenige Details bilden deren Umgebung, der Bildhintergrund ist monochrom beruhigt.
Ihre kleinformatigen Papierarbeiten, speziell die »Landschaftsserie«, bezeichnet Dutoit als fiktive Illustrationen. Ausgehend von ihrem Interesse an Filmausschnitten, welche Landschaft als inszenierte Natur, künstliche Bühne und Tatort präsentieren, entstanden Bilder, die in der Aneinanderreihung Affinitäten zum Film wecken, indem scheinbar eine Geschichte erzählt wird. Ähnlich wie in Antonionis Kultfilm »Blow up« wird man erst auf den zweiten Blick Zeuge einer Tat oder eines Vorgangs an einem scheinbar ruhigen Ort.