Vom 16. April 2004 bis 28. Mai 2004
Stefanie Busch (Installation/Objekte) und
Lage Opedal (Malerei)
Landschaft und Erinnerung bestimmen die Bildmotive von Stefanie Busch. Mittels anonymer Landschaftsbilder sucht Stefanie Busch das Erinnerungsvermögen der Betrachter zu reizen. So benannte sie ihre Diplomarbeit, eine Mixed-Media-Arbeit aus Siebdruck, Film und Licht, auch »Erinnerung geschönt«. Die Künstlerin präsentiert ihre Arbeiten meist in Leuchtkästen als Synthese von Filmästhetik, Fotografie und Malerei. Diese Arbeitsweise übersetzte sie für die Ausstellung »Profiler« 2003 in eine in den Galeriefenstern in Folie ausgeführte, transparente und illuminierte Arbeit. Stefanie Busch griff das durch die Fenster vorgegebene Moment der Spiegelung auf und inszenierte mittels einer Folienmontage die Spiegelung der gegenüberliegenden Fassade. Da in deren Fenstern wiederum eine fiktive Landschaft abgebildet wurde, provozierte sie die Rezipienten in ihrem Erinnerungsvermögen.
Die Arbeiten von Stefanie Busch in der Ausstellung »Reviere« zeigen Berge und Wälder, Hochgebirgslandschaften als letzte Zitate nahezu unberührt wirkender natürlicher Großreviere. Affinitäten zu romantischen Darstellungen zielen in diesen Arbeiten auf unsere aus Erinnerungen gespeisten Vorstellungen ab. Es wird eine fotografische Skizze wahrgenommen, die erst auf den zweiten Blick keine Fotografie, sondern ein aus vielen transparenten Graustufen bestehender Siebdruck ist. Erst jetzt offenbart sich die schroffe Landschaft als Summe leicht abstrahierter Details und scharfer Schnitte.
Zur Ausstellung erscheint eine Edition.
Die Malerei des gebürtigen Norwegers Lage Opedal steht in der Tradition der alten Meister und des Realismus der Moderne. Fotografien bilden Vorlagen, jedoch geht es in Opedals Arbeiten nicht um ein fotorealistisches Abbild, sondern um die künstliche Inszenierung dieser Vorlage, um die Erzeugung eines Schwebezustandes zwischen real und irreal. Unterstrichen wird dieser Zustand durch ein Spiel mit Schärfe und Unschärfe. Diese Entfremdung führt zu einer teils beängstigenden, teils komischen Diskrepanz zwischen Darstellung und Inhalt. Abfall wird ästhetisiert, Anatomieabbildungen des 19. Jahrhunderts erhalten einen unheimlichen und martialischen Unterton, Schlachtszenen in einer Metzgerei strahlen makabren Frohsinn aus – schlussendlich steht die Frage: Schein oder Sein, Fake oder Realität?
In der Ausstellung »Reviere« wirken Lage Opedals auf Aluminium ausgeführte Ansichten eines Tiergartens harmonischer als bisherige Arbeiten, doch auch hier ist nicht geklärt, ob dies nur so scheint oder tatsächlich auch so ist. Der Künstler präsentiert die künstlichen Kleinreviere mit sarkastischem Augenzwinkern. Ein leeres Gehege wird romantisiert, unberührte Natürlichkeit wie zu Caspar David Friedrichs Zeiten sprichwörtlich eingefangen. Auf anderen Bildern stehen sich Mensch und Tier in einer Szenerie voll beklemmender Harmonie gegenüber – doch wer beobachtet, wer ist gefangen? Der Reigen der inszenierten Landschaften schließt mit einer Ansicht im Naturkundemuseum – absurder Tierfriedhof und Ort gebannter Schaulust.
Landschaft und Erinnerung bestimmen die Bildmotive von Stefanie Busch. Mittels anonymer Landschaftsbilder sucht Stefanie Busch das Erinnerungsvermögen der Betrachter zu reizen. So benannte sie ihre Diplomarbeit, eine Mixed-Media-Arbeit aus Siebdruck, Film und Licht, auch »Erinnerung geschönt«. Die Künstlerin präsentiert ihre Arbeiten meist in Leuchtkästen als Synthese von Filmästhetik, Fotografie und Malerei. Diese Arbeitsweise übersetzte sie für die Ausstellung »Profiler« 2003 in eine in den Galeriefenstern in Folie ausgeführte, transparente und illuminierte Arbeit. Stefanie Busch griff das durch die Fenster vorgegebene Moment der Spiegelung auf und inszenierte mittels einer Folienmontage die Spiegelung der gegenüberliegenden Fassade. Da in deren Fenstern wiederum eine fiktive Landschaft abgebildet wurde, provozierte sie die Rezipienten in ihrem Erinnerungsvermögen.
Die Arbeiten von Stefanie Busch in der Ausstellung »Reviere« zeigen Berge und Wälder, Hochgebirgslandschaften als letzte Zitate nahezu unberührt wirkender natürlicher Großreviere. Affinitäten zu romantischen Darstellungen zielen in diesen Arbeiten auf unsere aus Erinnerungen gespeisten Vorstellungen ab. Es wird eine fotografische Skizze wahrgenommen, die erst auf den zweiten Blick keine Fotografie, sondern ein aus vielen transparenten Graustufen bestehender Siebdruck ist. Erst jetzt offenbart sich die schroffe Landschaft als Summe leicht abstrahierter Details und scharfer Schnitte.
Zur Ausstellung erscheint eine Edition.
Die Malerei des gebürtigen Norwegers Lage Opedal steht in der Tradition der alten Meister und des Realismus der Moderne. Fotografien bilden Vorlagen, jedoch
geht es in Opedals Arbeiten nicht um ein fotorealistisches Abbild, sondern um die künstliche Inszenierung dieser Vorlage, um die Erzeugung eines Schwebezustandes zwischen real und irreal. Unterstrichen wird dieser Zustand durch ein Spiel mit Schärfe und Unschärfe. Diese Entfremdung führt zu einer teils beängstigenden, teils komischen Diskrepanz zwischen Darstellung und Inhalt. Abfall wird ästhetisiert, Anatomieabbildungen des 19. Jahrhunderts erhalten einen unheimlichen und martialischen Unterton, Schlachtszenen in einer Metzgerei strahlen makabren Frohsinn aus – schlussendlich steht die Frage: Schein oder Sein, Fake oder Realität?
In der Ausstellung »Reviere« wirken Lage Opedals auf Aluminium ausgeführte Ansichten eines Tiergartens harmonischer als bisherige Arbeiten, doch auch hier ist nicht geklärt, ob dies nur so scheint oder tatsächlich auch so ist. Der Künstler präsentiert die künstlichen Kleinreviere mit sarkastischem Augenzwinkern. Ein leeres Gehege wird romantisiert, unberührte Natürlichkeit wie zu Caspar David Friedrichs Zeiten sprichwörtlich eingefangen. Auf anderen Bildern stehen sich Mensch und Tier in einer Szenerie voll beklemmender Harmonie gegenüber – doch wer beobachtet, wer ist gefangen? Der Reigen der inszenierten Landschaften schließt mit einer Ansicht im Naturkundemuseum – absurder Tierfriedhof und Ort gebannter Schaulust.