Künstler in der Galerie Baer

Juliane Köhler

1974 geboren in Grimma 1993-1999 Lehramtsstudium Kunsterziehung und Geografie an der Technischen Universität Dresden 1996-1997 Studium der Kunstgeschichte und Geografie an der Université de Caen (Frankreich) 1997-2002 Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden 2002-2003 Masterstudium der freien Kunst am Royal University College of Fine Arts in Stockholm (Schweden) seit 2003 Meisterschülerin bei Prof. Martin Honert an der HfBK

2000 Preis des Freundeskreises der HfBK Dresden, Atelierstipendium Ricklungsgarden (Schweden) 2001 Stipendium aus dem Wilhelm Smith Fond (Schweden) 2003 Marion Ermer Preis; Reisestipendium aus dem Axelsson Jonsson Fond (Schweden)

Ausstellungen und Beteiligungen (Auswahl): 2005 »profile« galerie baer I raum für aktuelle kunst, Dresden, »Spuk«, Krochhaus, Leipzig, »Arbeitshaus« Kunsthaus Dresden, 2004»Ausschnitt« Galerie rekord Berlin, »terra nova« Raum 3 Wismar, »Sputniza – wir können auch anders« Kunsthaus Dresden, »Begegnungen in Regensburg« Regensburg, »terra (in)cognita« galerie baer I raum für aktuelle kunst, Dresden 2003»profiler« galerie baer I raum für aktuelle kunst, Dresden; »Marion-Ermer-Preisträger« Oktogon, Dresden; »Topografiska övingar«, Galleri Mejan, Stockholm (Schweden) 2002 »BiFokal«, Technische Sammlungen Dresden und Kunsthaus Hamburg 2001 »Insgesamtgrün«, Staatliche Kunstsammlungen Dresden 2000 »Frühlingssalon«, HfBK Dresden

Das Thema Geografie und Kartierung zieht sich wie ein roter Faden durch das künstlerische Werk von Juliane Köhler. Dabei liegt der Künstlerin Fokus nicht auf dem objektiven Abbild von Raum, sondern auf dem Sichtbarmachen individueller Gegebenheiten mittels eines geografischen Codesystems. Die Künstlerin nutzt die Kartografie als Metapher und zeichenhaftes Mittel der Orientierung, Vermessung und Klärung des eigenen Standortes, zur Konstruktion von Identität und Biografie. Individuell empfundene Distanzen und Größenverhältnisse ihrer Heimatstadt topografiert Köhler ebenso zur begehbaren Karte, wie sie tausend aufgesuchte Orte zum Bestandteil einer Rauminstallation macht oder »Blinde Flecken«, die unerschlossenen Gebiete menschlicher Sehnsüchte, in ihre Biografie konstruiert.
In der Arbeit »Gletscher und Autobahn« untersuchte Köhler in der Ausstellung »Profiler« (2003) eine Kausalität zwischen Natur und Kultur, die zu kartografischen Veränderungen führt. Der Prozess der Veränderung, die Transformierung von Grenzen und Karten ist das Thema der Künstlerin bei »terra (in)cognita«. Die Grenzen Europas verschieben sich bei »Transforming Europe«. Die Arbeit »NeuesEuropa!« lädt den Betrachter ein, das politische Europa umzugestalten. Die weiße Karte »Terra cognita« erschließt sich bei Nahbetrachtung als reliefhafte, subjektiv detaillierte Weltkarte. Schließlich wird die Galerie selbst zur Weltkarte, wenn aus einem Ozean am Boden schwarze Linien herauslaufen, an deren Enden Makroaufnahmen von Haut und Haaren in der Form von tatsächlichen und erfundenen Inseln die Kontinente und Platten dieser Weltkarte bilden.